„Hätte ich das alles damals gewusst, hätte ich es erst gar nicht gemacht. Und trotzdem war es die wertvollste Erfahrung meines Lebens." — Klaudia Bachinger über die Naivität, die WisR überhaupt erst möglich gemacht hat.
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Ein Gespräch über das WisR-Kapitel mit dem nötigen Abstand, fünf Jahre nach der Schließung. Über die Diskrepanz zwischen großer Vision und realistischer Finanzierung, über die unterschätzte Heterogenität einer Zielgruppe 60+. Über Generationen — und warum sie die wachsende Kluft für einen Mythos hält. Über die unterschiedlichen Antriebe junger und älterer Gründer:innen: Die einen wollen ein systemisches Problem lösen, die anderen suchen Selbstverwirklichung, Spaß und Freiheit. Über mentale Gesundheit in Start-ups und das neue Projekt Well mit Hanna Lux von der Vollpension — gefördert von Erste Bank Stiftung und FFG. Und über die Frage, warum mit 40 die Ausbildung zur Psychotherapeutin der richtige nächste Schritt ist: als Tätigkeit, die auch mit 80 noch möglich ist.
„Die wachsende Kluft zwischen den Generationen — ich glaube, das ist ein Mythos."
„Bei den Jungen: Die Welt bricht zusammen, wir müssen was tun. Bei den Älteren: Selbstverwirklichung, Spaß, Freiheit."
„Bei einer toxischen Kultur brauche ich nicht mit Yogastunden daherkommen, um mentale Gesundheit anzugehen."
Jahrgang 1986. 2017 gründete sie gemeinsam mit Carina Roth und Martin Melcher die Jobplattform WisR für Senior Talents — vier Jahre lang Österreichs sichtbarste Stimme für das Arbeiten 60+. Insgesamt rund 1,15 Mio € Kapital, davon 340.000 € öffentliche Förderungen und 813.000 € Privatkapital. 2021 die Schließung — bewusst geordnet abgewickelt, niemand stieg mit einem finanziellen Minus aus, außer den Investoren, die das Risiko getragen hatten.
Danach das öffentliche Verarbeiten des Scheiterns — beim Failure Institute methodisiert, dann eine Coachingausbildung. Heute arbeitet sie selbstständig als Business Coach mit Schwerpunkt Conscious Leadership und Future of Work, vor allem mit jungen Gründern zwischen 20 und 40. Parallel dazu Lehrbeauftragte an der Ferdinand Porsche FernFH. Und mit 40 der Start der Psychotherapie-Ausbildung — als Lebenswerk gedacht.
Ihr aktuelles Projekt: Well, gemeinsam mit Hanna Lux von der Vollpension. Gefördert von Erste Bank Stiftung und FFG, untersucht das Projekt mit zehn Hypothesen, was purposeorientierte Gründer:innen in Sozial- und Klima-Organisationen wirklich brauchen — und warum gerade der große Zweck sie über ihre Grenzen hinausarbeiten lässt.
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