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„Ich würde es nicht als Leichtigkeit bezeichnen, sondern eher als Klarheit." Susanne Steckerl über die Eigenschaft, die Frauen ab fünfzig gern zugeschrieben wird.
Vierzehn Kapitel. Jedes startet das Video an der entsprechenden Stelle. So finden Sie, was Sie interessiert, ohne alles am Stück sehen zu müssen.
Susanne Steckerl führt die she:works GmbH in Linz, den einzigen sozialökonomischen Betrieb für Frauen in Oberösterreich. Rund 1.300 Frauen im Jahr laufen durch das Haus, von der überbetrieblichen Techniklehre für Mädchen bis zur Beratung von Frauen ab der Lebensmitte. Ihr eigener Weg dorthin verlief quer: erst Kulturpolitik, dann Standort- und Wirtschaftsentwicklung, dann Arbeitsmarkt. Beworben, sagt sie, hat sie sich nie. Das Gespräch beginnt bei einer Kindheit, in der die Lehre für die Töchter vorgesehen war und die Matura für den Sohn, und landet bei dem Satz, mit dem Frauen heute zu ihr kommen: Ich könnte in Pension gehen, ich kann sie mir aber nicht leisten. Dazwischen liegt eine Diagnose ohne Trost. Frauen ab fünfzig gelten am oberösterreichischen Arbeitsmarkt als schwer vermittelbar. Die Leichtigkeit, die man dieser Lebensphase gern zuschreibt, sieht sie in ihren Projekten kaum, wohl aber Klarheit. Und die Förderungen, in deren Logik sie täglich arbeitet, werden gerade dort gekürzt, wo Frauen gründen. Es geht um KI im Kursraum, um Ausbildungen, die schneller altern als die Ausbildungszeit, um die Frage, wo die Alterung selbst einen Markt öffnet, und um eine Generationenkluft, an die sie einmal geglaubt hat und heute nicht mehr.
Aufgewachsen im Mühlviertel, zu einer Zeit, in der verheiratete Frauen in Österreich die Zustimmung ihres Mannes brauchten, um erwerbstätig zu sein. Im Elternhaus war die Sache verteilt: Der Bruder machte Matura, die Töchter machten eine Lehre. Sie wurde Bürokauffrau und landete in einer Buchhandlung. Die Matura holte sie später am Abend nach, das Studium lief berufsbegleitend, und heute liest sie Bilanzen, obwohl sie nach eigener Aussage kein Zahlenmensch ist.
Beworben hat sie sich nach eigener Aussage nie. Sie wurde abgeworben: bis 2018 in die Geschäftsführung der Gesellschaft für Kulturpolitik OÖ, bis 2022 in die Geschäftsführung der Agentur für Standort und Wirtschaft in Leonding, dann in die Geschäftsführung der she:works GmbH. Drei Systeme in drei Jahrzehnten. Parallel lehrt sie an der Pädagogischen Hochschule OÖ zu Gesellschaft, Macht und Schule.
she:works ist der einzige sozialökonomische Betrieb für Frauen in Oberösterreich: überbetriebliche Techniklehre für Mädchen, Mädchenberufszentrum, das größte Frauenberufszentrum im Zentralraum und die she:works academy mit den SilverGirls für Frauen ab fünfzig. 2024 hat sie sich gemeinsam mit vier weiteren Frauen an der Gründung von Weitblick : Expertise mit Spirit beteiligt, einem Netzwerk von Führungskräften und Expert:innen, das Alten- und Pflegeheime in ihrer Entwicklung begleitet. Sie ist dort Gesellschafterin.
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