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„Früher haben sie Leistung nachgefragt, heute fragen sie Entlastung nach." Roland Pototschnig darüber, was Unternehmen heute von Senior Experts wollen.
Sechzehn Kapitel. Jedes startet das Video an der entsprechenden Stelle. So finden Sie, was Sie interessiert, ohne alles am Stück sehen zu müssen.
Roland Pototschnig hat nach 33 Jahren bei der BP Austria nicht gegründet. Er hat sich angedockt. 2001 ging er in Pension, ein Jahr später trat er dem Austrian Senior Experts Pool bei, einem Verein, in dem heute über 190 pensionierte Unternehmer:innen, Führungskräfte und Fachleute ihr Wissen an Gründungen, Gründerzentren, Familienbetriebe und KMU weitergeben. Im Gespräch interessiert nicht die Karriere, sondern das Modell dahinter: wie sich Erfahrung organisieren lässt, wenn der Apparat wegfällt, und was sie dann wert ist. Pototschnig beschreibt eine Verschiebung, die er in zwei Jahrzehnten beobachtet hat. Als er eintrat, war die Arbeit im Kern ehrenamtlich, eine kleine Aufwandsentschädigung deckte die Infrastruktur. Heute verlangt der Verein Honorare, an denen die Senior Experts beteiligt sind, deutlich unter den Sätzen der großen Häuser, aber nicht mehr symbolisch. Was sich auf der Gegenseite verändert hat, sagt er in einem Satz: Früher sei Leistung nachgefragt worden, heute Entlastung. Dazu kommt ein Befund über den Arbeitsmarkt, den er ohne Umschweife ausspricht. In Konzernen werde weiter bei den Älteren abgebaut, zu teuer oder angeblich zu wenig vertraut mit neuen Technologien, und mit ihnen gehe die Erfahrung. Für sich selbst hat er die Frage beantwortet: Er arbeitet, weil er es gerne tut, nicht weil er muss. Er sagt aber auch, man müsse sich das leisten können. Was jene tun, für die das nicht gilt, bleibt die offene Frage dieser Folge.
Dipl.-Kfm. Dr. Roland Pototschnig, Anfang der 1940er-Jahre geboren, hat sein gesamtes Berufsleben in einem einzigen Unternehmen verbracht. 1968 trat er in die BP Austria ein, als Assistent für langfristige Versorgungsplanung. Es folgten der Außendienst, die Verkaufsleitung, die Geschäftsführung einer Tochtergesellschaft und ab den Achtzigerjahren Controlling und Interne Revision.
1994 wurde er in den Vorstand berufen, 1999 übernahm er die Generaldirektion. 2001 ging er in Pension, blieb dem Unternehmen aber bis 2008 als Präsident des Aufsichtsrats verbunden. Ein Pensionsjob war nicht vorgesehen, und er hatte ihn auch nicht gesucht: Die Entscheidung, was danach kommt, traf er an seinem sechzigsten Geburtstag auf einem Schiff am Wörthersee.
Seit 2002 ist er Senior Expert im ASEP Austrian Senior Experts Pool, sechs Jahre davon als Präsident des Vereins. Bis vor kurzem leitete er die interne Arbeitsgruppe Finanzierung, zuständig für Gründung, Wachstum, Nachfolge und Verkauf. Er beurteilt Anträge im Mikrokreditprogramm, das ASEP gemeinsam mit der Erste Bank abwickelt, und hat als Mentor in einem Gründerzentrum gearbeitet. Parallel dazu war er fünfzehn Jahre lang Trainer für betriebswirtschaftliche Unternehmensplanspiele für Führungskräfte großer Unternehmen.
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